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Kloster St. Trudpert                                           (Quelle: Herbener 2012)

Das Kloster St. Trudpert wurde im 7. Jahrhundert durch den vermutlich aus einer fränkischen Adelsfamilie stammenden Mönch Trudpert gegründet, welcher unter irischer Ordens­observanz stand.[13] Sebastian Münster (1550) schreibt in seiner Kosmographie, dass vor der Ankunft Trudperts und der Gründung des Klosters im Münstertal Waldbrüder gehaust hätten, „die ire erste wonung do sollen gemacht haben under dem keiser Phoca“.[14] Phokas war byzantinischer Kaiser von 602 – 610 n. Chr.[15] Der Einsiedlermönch Trudpert soll von Rodungsknechten beim Bau der ersten Kirche erschlagen worden sein, und wurde als christlicher Märtyrer heiliggesprochen. Im Mittelalter war das Montanwesen im Münstertal stark vom Einfluss des im Kloster St. Trudpert ansässigen Benediktinerstiftes geprägt, welcher im Mittelalter durch den Silbererzbergbau Reichtum erlangte. Das silberne Niellokreuz der Pfarrei St. Trudpert und das goldene Vortragekreuz in der Eremitage St. Petersburg, welche beide zum Klosterschatz des trudpertinischen Stiftes zählten, zeugen von diesem Reichtum (siehe Abbildung rechts).[16]

Quellenbelegung:

[13] Vgl. Herbener und Neuhöfer (2003), S. 11

[14] Meyer (1998), S. 117 nach Münster (1550).

[15] Vgl. Meyer (1998), S. 124.

[16] Vgl. Augustinermuseum Freiburg (2003), Leporello ohne Seitenangabe; vgl. auch Zotz (2005), S. 15ff.

Der Heilige St. Trudpert und die beiden Vortragekreuze nach einem Stich von J.G. Seiller 1693 [Foto: Herbener; Ausschnitt]